Jahresbericht 2017

Das Betriebsjahr stand im Zeichen der Konsolidierung. Das Neuthal verfügt nun über eine funktionstüchtige Handmaschinenstickerei. Sie präsentiert das auch im Zürcher Oberland, 1890 mit 1'444 Stickmaschinen vertretene, heute ausgestorbene Kunsthandwerk Handmaschinensticken mit einer Monogramm- und einer Bandstickmaschine und pflegt das dazugehörende Kulturgut.
1'169 Erwachsene, Schüler und Kinder aus dem In- und Ausland, liessen sich von Farben, Vorlagen, Stickereien, Technik und Geschichte begeistern, dies im Rahmen von 12 Dampfsonntagen, einem Sondertag und 37 Führungen. 8 Führungen wies uns das Sekretariat zu, 29 sind das Resultat von erfolgreichen Werbebemühungen in Printmedien und TV unsererseits. Die Stickergruppe präsentiert ihren aktiven Museumsbetrieb in den Sprachen Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch und in Mundart.
Der grosse Dank für das gute Gelingen gebührt den fünf Stickerinnen Brigitte, Erna, Irene, Lilli und Luzia, den Karyatiden der Handmaschinenstickerei Neuthal!


Wir haben das Ziel erreicht, uns, wäre noch die Zeit um 1890, als Handmaschinenstickerinnen anstellen lassen oder selbständig machen zu können. Jetzt begeben wir uns auf den Weg zur Stickergesellin mit dem Ziel Stickermeisterin zu werden. Dies erlaubt uns, weitere Stickinteressierte nachzuziehen und mit dem dringend notwendigen Prozess des Wissenstransfers zu beginnen. Sehr gut sind die Qualifikationen, die die Gruppe von sachkundigen Stickfachleuten erhielt.

Der Schulung und Weiterbildung zollten wir ebenso unser Engagement. Im mehr als nur besuchenswerten Juwel Textilmaschinenmuseum Sornthal tauchten wir in manch altes Geheimnis der Textilfabrikation ein, Lernorte wie St. Gallen und Appenzell zeigten sich förderlich, bereichernd ist der laufende Austausch mit anderen Museen ähnlicher Art. Im Rahmen von Exkursionen hiessen uns manche Kenner des Fachs willkommen.
Die verdankenswerten freundschaftlichen Einladungen der Nachbargruppe Wasserkraft und Arbeit zu manchem zielorientierten Vortrag und Ausflug unterstützten uns ebenso im Fortkommen.
Am 1.Oktober zeigte Gerda Kuhn, ausgebildete Handspinnerin, begeisterten Gästen unter dem Titel ‘Wie kommt der Sticker zum Stickgarn?’ mit Handspindel und Spinnrad das Spinnen von Fäden und das Zwirnen von Garn, und Brigitte, unterstützt von den Stickerkameradinnen, arbeitete mit ihrer eigenen Zehnfarben-Brother- und der unsrigen BERNINAmaschinne B555. Dazu siehe die eingefügten Bilder.

Ein originaler, gut erhaltener und funktionstüchtiger Stüpfelapparat aus dem 19. Jht, er stand in klösterlichem Betrieb, mit Originalbeschreibung, durften wir entgegennehmen. Mit ihm sind wir in der Lage, Stickvorlagen so vorzubereiten, dass sie auf den Handstickboden übertagen werden können. Ein weiteres besonderes Geschenk überreichte uns die Firma Böppli, Rüti im Namen der Firma BERNINA, Steckborn TG: eine ihrer besten, modernen, handlichen Tischstickmaschinen, eine B555, durften wir fabrikneu in unsere Stickerei überführen. Die Firma Böppli schulte die ganze Gruppe kostenlos im Umgang mit der neuen Technik. Gästen können wir so die moderne Art des Stickens auf der Basis der Schifflistickmaschine, die sich ihr Wissen einst bei den Nähmaschinen holte, demonstrieren. Mit den modernen, stickenden Nähmaschinen kehrt das Sticken zur Nähmaschine zurück.

Die Revisions-, Wiederinstandstellungsarbeiten und Reparaturen sind Ende Oktober durchgeführt worden. Die Grosswerkzeuge namens Handstickmaschinen sind für das Jahr 2018 bereit, ebenso die Fädelmaschinen. Und so sind wir sechs Stickerinnen in der Lage, auch im nächsten Jahr an 12 Sommersonntagen und im Rahmen von 30 bis 45 Führungen, beide Angebote benötigen stets die Anwesenheit von zwei Fachkundigen, Interessierte zu empfangen.

Im Advent 2017. Für den Jahresbericht Markus Schertenleib mit Eleonora Bennici, Luzia Lüthi, Brigitte Nauer, Irene Schertenleib, Jürg Schläpfer und Erna Wäfler.

Archiv Jahresberichte

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